Yoga-Psychotherapie

Je nach Wunsch und Ihrem Anliegen ist es möglich, Yoga in den psychotherapeutischen Weg mit einzubeziehen. In der Yoga-Psychotherapie werden Teile aus dem Hatha-Yoga in den psychotherapeutischen Prozess integriert. Besonders Achtsamkeit, Atemtechniken, Körperpositionen und Handhaltungen können den psychotherapeutischen Prozess unterstützen. Zudem scheinen philosophische Aspekte aus dem Yoga sich gut zu vereinen mit dem westlichen psychischen und somatischen Verständnis, wobei im Yoga beide Teile in natürlicher Weise miteinander verbunden werden. 

Die Yoga-Psychotherapie…

  • beruhigt bei Stress und Angst.
  • aktiviert bei Depressionen.
  • eröffnet einen neuen Zugang zum eigenen Körper.
  • baut eine Ganzkörper-Ressource auf, die den Geist über den Körper erreicht und ein neues Selbstgefühl erzeugt.
  • etabliert über Yogainterventionen ein stabiles Selbst, was den Prozess in der Arbeit mit Trauma, Persönlichkeitsanteilen und der Inneren-Kind-Arbeit unterstützt.
  • arbeitet über die Entspannung des ventralen Vagus an frühkindlicher Traumatisierung und kann alte Persönlichkeitsmuster verändern.
  • schult eine passive Bewusstseinseinstellung (z.B. sich beobachten, wenn „es“ atmet o.ä.) was eine psychologische Haltung verkörpert, die sich von der „aktiven Konzentration“ (z.B. Kopfrechnen) unterscheidet und den psychologischen Boden für die gedankliche Konzentration bildet.

 

Der Yoga

Yoga ist ein Produkt, das über mehrere Jahrtausende entstanden ist. Die Anfänge scheinen nicht mehr klar eruierbar zu sein und verlieren sich im Dunkeln der indischen Geschichte. Bereits die Bhagavadgītā (eine selbst schon alte Schrift der indischen Philosophie) erwähnt den Yoga als „uralt.

Der Haṭha Yoga entwickelte sich in der Zeit des Mittelalters und gehört zu den jüngsten Entwicklungen der indischen Yogatradition. Haṭha wird je nach Yogatradition unterschiedlich übersetzt und als „Kraft“, „entschlossene Mühe“, „Kraft, Ausdauer und Energie“ verstanden, zudem bedeutet „ha“ Sonne und „ṭha“ Mond, was oft mit dem sympathischen und parasympathischen Nervensystem in Verbindung gebracht wird. 

Immer wieder wichtig ist für mich ist die Definition von Yoga des Gelehrten Patañjali, der Yoga nicht als Technik, sondern als Zustand wie folgt beschrieben hat. 

योगश्चित्तवृत्तिनिरोधः (Sanskrit)

„Yogaś citta vṛtti nirodhaḥ“

„Yoga ist das vollständige Zur-Ruhe-Kommen des Geistes.“


Mein Hintergrund für Yoga-Psychotherapie

Inspiriert durch meine Frau lernte ich im 2004 den Kriya Yoga kennen, der eine meditative Richtung des Yoga ist. Kurz später begann ich den Hatha Yoga zu üben und bildete mich in der Folge beim indischen Yogi Dhiranandaji (Samir Kumar Ghosh) und bei und bei Karmananda (Jean-Pierre Wicht) zum Yogalehrer weiter. Von 2011 bis 2016 doktorierte ich an ich an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät Viadrina und schrieb eine Dissertation über Yoga. Hierbei beforschte ich den Hatha Yoga auf seine Wirksamkeit in der psychischen Rehabilitation. Die Arbeit wurde in Buchform unter folgendem Titel veröffentlicht: Yoga in der psychischen Rehabilitation. Eine empirische Studie mit achtsamkeitsbasierten Yogaübungen. Kröning: Asanger. Weiter bilde ich mich aktuell bei Miriam Popper in Yoga-Psychotherapie weiter.